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Kino 11.10.2026

Diese Kriegs-Doku war so verstörend, dass die US-Armee sie für 35 Jahre versteckte

Diese Kriegs-Doku war so verstörend, dass die US-Armee sie für 35 Jahre versteckte
Der Zweite Weltkrieg war eine weltweite Katastrophe. Auch in den USA waren viele Veteranen von den Folgen betroffen. Das US-Militär wollte das lange vor der Öffentlichkeit verheimlichen.

Krieg ist die Hölle. Das gilt wohl immer und überall. Seit dem 20. Jahrhundert haben wir dank Filmen die Möglichkeit, auch die Geschehnisse in und um die Kriege zu dokumentieren. Eine dieser Dokumentationen ist Let There Be Light von 1946. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg hat John Huston (Die Spur des Falken) die Veteranen mit posttraumatischer Belastungsstörung in einem Krankenhaus begleitet. Was die Filmlegende dabei aufgenommen hat, war ein Stich in das Bild, das das US-Militär von seinen "Helden" hatte.

Let There Be Light zeigt gebrochene Soldaten und den Weg ihrer Heilung

Posttraumatische Belastungsstörung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg unter Soldaten häufig als "Shellshock" oder "Psychoneurose" bezeichnet. Im Mason General Hospital im US-Bundesstaat New York wurden nach dem Krieg viele Veteranen aufgenommen, um therapiert zu werden. Die Symptome waren vielfältig und reichten unter anderem von Sprach- bis Gedächtnisverlust. Einige Patienten konnten auch schlichtweg nicht mehr gehen oder hatten Ticks entwickelt.

Schaut euch hier den ganzen Film an:

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Let There Be Light war der letzte von vier Filmen, die Huston, der selbst den militärischen Rang eines Captains inne hatte, für das Army Signal Corps umsetzte. Laut einem Artikel des Guardian  stellten Huston und seine Crew in den Therapieräumen zwei Kameras auf. Die Aufnahmen wirken wie klassische Dialogszenen, die man auch aus anderen Filmen kennt. So wurden über acht Wochen die Patienten auf ihrem Weg der Therapie begleitet. Der Film zeigte, mit welchen Folgen die Soldaten zu kämpfen hatten.

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Das US-Militär unterdrückte die Verbreitung der Nachkriegs-Dokumentation

Dieses Bild passte dem US-Militär jedoch gar nicht. Das Ziel der US-Armee war es eigentlich zu zeigen, dass die amerikanischen Helden nach ihrer Heimkehr schnell wieder bereit waren, in den USA zu leben. Die Öffentlichkeit sollte über die Behandlung aufgeklärt werden, aber die Kriegsdoku sollte potenzielle Arbeitgeber hinsichtlich der psychischen Verfassung der Veteranen beruhigen. Der Film zeigte jedoch genau das gegenteilige Bild, weshalb er faktisch verboten wurde. In einem Artikel der National Archives  wird beispielsweise die Unterbrechung eines Screenings geschildert:

Eine geplante Vorführung im Museum of Modern Art im Juni 1946 wurde gestoppt, als die Militärpolizei die Filmrolle wenige Minuten vor Vorhangaufgang beschlagnahmte.

Und weiter:

Nur eine Handvoll Kritiker hatte Gelegenheit, den Film vor der Beschlagnahmung zu sehen. Ein Kritiker, Archer Winsten, schrieb: '[...] Einem zukünftigen Publikum ist nicht nur ein schönes Filmerlebnis garantiert, sondern auch die Gewissheit, dass seine Generation vernünftiger ist als die unsere.'

Für Regisseur John Huston lag die Begründung des Verbots in dem, was er den "Kriegermythos" nannte. Damit bezeichnete er die Überzeugung, dass Männer, die in den Krieg zogen, irgendwie sowohl körperlich als auch seelisch gestärkt zurückkehren würden. Seine Dokumentation zeigte jedoch, dass diese Vorstellung der Realität nicht standhalten konnte. Bis 1981 wurde Let There Be Light verboten.

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