Einer der schönsten Filme des Jahres startet in zwei Wochen und viel zu wenige wissen es

Nach den großen Animationsfilmen des bisherigen Kinojahres um Hoppers, Toy Story 5, dem Super Mario Galaxy Film und Minions & Monsters fliegt dieses Fantasy-Abenteuer aus dem Hause DreamWorks in Deutschland noch unterm Radar. Doch das muss sich schnell ändern, denn Forgotten Island ist ein wundervoller Film, der vor visuellem Ideenreichtum nur so übersprudelt und eine herzergreifende Geschichte über die Kraft der Freundschaft erzählt. Streicht euch den Kinostart jetzt schon mal rot im Kalender an.
Forgotten Island: Zwei Freundinnen kämpfen gegen das Vergessen
Forgotten Island dreht sich um die beiden besten Freundinnen Jo (Magdalena Höfner) und Raissa (Gabrielle Pietermann), die auf den Philippinen aufwachsen und trotz ihrer Unterschiede mit ihrer geteilten Liebe für die fantastischen Mythen ihres Heimatlandes durch dick und dünn gehen. Jedes Jahr fügen sie ihren Freundschaftsarmbändern neue Anhänger hinzu, die einschneidende Erinnerungen für die beiden repräsentieren.
Als Raissa nach dem Schulabschluss fürs Studium in die USA ziehen will, droht sich ihre innige Verbindung jedoch zu verändern und Jo kann ihre beste Freundin nur schwer ziehen lassen. Da werden beide plötzlich in ein Portal gezogen und finden sich auf der vergessenen Insel Nakali wieder, die die Geschichten ihrer Jugend maßgeblich geprägt hat. Dort müssen sie zwischen Monstern und Fabelwesen schnell einen Weg nach Hause finden, denn die Insel droht ihnen ihre kostbarsten Güter zu nehmen: die Erinnerungen aneinander.
Seht hier den Trailer zu Forgotten Island:
Schon mit Der gestiefelte Kater: Der letzte Wunsch haben Joel Crawford und Januel Mercado 2022 einen der besten Animationsfilme der letzten Jahre abgeliefert. Jetzt lassen sie mit Forgotten Island ein weiteres Highlight folgen, in das diesmal besonders viel persönliches Herzblut geflossen ist. Die Geschichte wurde maßgeblich von der eigenen Freundschaft der Regisseure beeinflusst, die seit Kung Fu Panda 2 als Story-Artists zusammenarbeiten. Gleichzeitig wirkten zahlreiche Einflüsse der philippinischen Kultur in den Film ein, zu der Crawford und Mercado sowie viele weitere Crew- und Cast-Mitglieder familiäre Verbindungen haben.
Forgotten Island glänzt mit visuellem Feuerwerk und emotionaler Geschichte
Diese Mischung ist ein echter Volltreffer für den Animationsfilm, der in die Mythen und Legenden des südostasiatischen Inselstaates eintaucht und diese mit der Ästhetik von poppigem 90er-Jahre-Grafikdesign und Animes wie Sailor Moon oder Dragon Ball Z verbindet. So springt der Film immer wieder zwischen knallbunter 3D-Computeranimation und dem gezeichneten Anime-Stil hin und her, der vor allem in actionreichen Szenen und Sequenzen zum Einsatz kommt, in der dem ausschweifenden Humor noch ein Sahnehäubchen aufgesetzt werden soll.
Gepaart mit einem zackigen Schnitt, der kaum Verschnaufpausen zulässt, ist Forgotten Island schon allein auf visueller Ebene ein einziger Fiebertraum an Abwechslungsreichtum und Ideen, der wirklich alles ausschöpft, was die Animationskunst heutzutage zu bieten hat. Gleichzeitig bildet das Fantasy-Abenteuer als erste große Hollywood-Produktion, die die philippinische Kultur ins Zentrum stellt, eine wunderschöne Ode an diesen noch zu selten behandelten Ort, seine Bewohner:innen und die Beziehungen, die das Leben dort prägen.
Von treuen Werwölfen, die ab und zu zu willenlosen Hunden werden, einem wortwörtlichen Riesenbaby mit mächtigen Mummy-Issues, einem eingebildeten Meermann mit Kiefermuskeln wie Rasierklingen, den knuddeligen Truffle Wuffles, die man auf keinen Fall süß nennen darf (!), und der furchteinflößenden Mananaggal, stellt uns der Film eine Reihe bunter und aberwitziger Figuren vor, die Forgotten Island von Sekunde zu Sekunde abgedrehter und vielschichtiger gestalten. Hier bleibt kein zu absurd wirkender Gedanke unangetastet, kein Klischee ungebrochen und kein Lachmuskel unbeansprucht, sodass auch die kleinen Nuancen, die mal daneben gehen, gutmütig verziehen werden.
Die Freundschaft zwischen Jo und Raissa bildet jedoch das klare Herzstück des Films. Sie geht über jegliche kulturelle Eigenheiten hinaus und wird von Crawford und Mercado mit viel Feingefühl und Witz angefasst. Gemeinsam durchleben wir die Höhen und Tiefen dieser beiden großartigen Frauenfiguren, während sie allerlei Abenteuer auf der Insel Nakali bestehen müssen. Nicht zuletzt sollen diese uns selbst an die Kraft der Erinnerungen und die Freundschaften in unserem Leben erinnern, die dieses in unserer Jugend und noch weit darüber hinaus geprägt haben und noch immer prägen. Hier kommt auch das erwachsene Publikum voll auf seine Kosten, das diese Entwicklungen vielleicht sogar noch etwas besser nachvollziehen kann, als die jüngeren Zuschauer:innen.
Untermalt mit einem Soundtrack aus zeitlosen Hits von Journey bis INXS (die teilweise auch in bester philippinischer Karaoke-Tradition vorgetragen werden) wird Forgotten Island gleichzeitig zu einem kreativen Animationstriumph, einem originellen Fantasy-Abenteuer, einer urkomischen Komödie, einem bewegenden Coming-of-Age-Drama – und einer der größten Filmüberraschungen des Jahres. Diesen Kinobesuch werdet ihr nicht so schnell vergessen.
Forgotten Island startet am 8. Oktober 2026 im Kino.



