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Rock / Heavy Metal 02.09.2026

Wavves verwirft gemeinsames Album mit Say Anything nach Vorwürfen gegen Max Bemis

Wavves verwirft gemeinsames Album mit Say Anything nach Vorwürfen gegen Max Bemis

Nathan Williams von Wavves bestätigt, dass das gemeinsame Album “Cherry Soda” mit Max Bemis von Say Anything nach dem unangemessenen Verhalten des Bandchefs gegenüber Fans nicht mehr in der ursprünglichen Form erscheinen wird.

Vor einigen Tagen wurde öffentlich gemacht, dass Bemis anzügliche Unterhaltungen mit einer Minderjährigen über private Chats geführt hatte. Den Vorfall machte die betroffene 17-Jährige via Reddit publik und hinterlegte sämtliche Screenshots der Konversation.

Nach den ersten Vorwürfen gegen Bemis berichteten weitere junge Fans von Erfahrungen, bei denen der Pop-Punk-Frontmann Grenzen überschritten habe. Screenshots aus einem Chat einer 19-Jährigen mit Bemis zeigten, wie der 42-Jährige offenbar schrieb, er wolle sie küssen. Angesprochen auf den Altersunterschied, sei Anziehung zu jüngeren Menschen laut Bemis in diesem Chat “ein ziemlich verbreiteter Fetisch”.

Say Anything sagen Tour ab, Max Bemis nimmt Auszeit

Kurz nach Veröffentlichung der Beiträge, veröffentlichte Bemis’ Band Say Anything ein Statement auf Instagram: Die bevorstehenden Auftritte im Rahmen der gemeinsamen Tour mit Wavves „wurden verschoben“, um Bemis „aufgrund der Notwendigkeit, seiner psychischen Gesundheit und seinem persönlichen Wohlbefinden Vorrang einzuräumen“. Er wolle sich “die nötige Auszeit nehmen, um sich auf seine psychische Gesundheit zu konzentrieren”, hieß es in der Erklärung weiter. Bei Bemis wurde bereits als Teenager eine bipolare Störung diagnostiziert.

 

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Wavves verwirft “Cherry Soda”

Gestern meldete sich schließlich Wavves-Mastermind Nathan Williams zu den Plänen für das Koop-Album „Cherry Soda“, das bereits am 18. September erscheinen sollte. “Ja, ich habe es gesehen. Ich bin mir nicht sicher, was ich sagen soll, aber fuck Max, fuck Say Anything”, begann der Frontmann in seiner kurzen Erklärung. “Es tut mir leid. Ich habe die letzten 11 Monate an diesem Album gearbeitet – und Max 4 Tage. Also keine Ahnung, was ich jetzt machen soll. Es tut mir so leid, Leute.”

 

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Fans schlugen Williams vor, das Album neu aufzunehmen und Bemis’ Parts zu ersetzen, einen Teil der Erlöse dann an wohltätige Zwecke zu spenden. Die mutmaßliche 17‑jährige Betroffene begrüßte diese Pläne in den Kommentaren.

“Widerlicher Versager”

In einer Reihe von Nachrichten aus einem Fan-Chat auf Patreon wurde Williams schließlich konkreter. Zu der Situation sagte er, er sei nicht mit Bemis befreundet und habe während der Aufnahmen zu dem Album nur Probleme mit ihm gehabt. „Auf persönlicher Ebene kenne ich den Typen nicht“, so Williams. „Ich habe mich dreimal mit ihm getroffen, als er im Studio war; auf beruflicher Ebene war er furchtbar.“ Er erwähnte dann, dass er wegen „dieses widerlichen Versagers“ kurz davor sei, “200.000 zu verlieren” und Schulden machen würde. „Ich möchte nicht mit dem Typen in Verbindung gebracht werden, und so einfach ist das“, sagte er über seine Entscheidung, „Cherry Soda“ nicht zu veröffentlichen. „Was auch immer ich verliere, spielt zu diesem Zeitpunkt keine Rolle mehr.“

Nathan Williams stellt Neuaufnahme ohne Max Bemis in Aussicht

Er bestätigte damit, dass “Cherry Soda” vorerst gestrichen sei. Auf die Frage, ob Williams das Album ohne Bemis’ Beiträge neu aufnehmen könne, bestätigte er, dass er derzeit intensive Gespräche darüber führe und „es nicht schwer wäre“, da Bemis „kaum etwas geschrieben habe“. Zwar würden die Neuaufnahmen die Veröffentlichung erheblich verzögern, doch dieser Weg würde bedeuten, dass das Aufschieben des Albums Williams’ Ersparnisse nicht komplett aufzehren würde. Allerdings seien 10.000 Vinyls bereits gepresst.

Zudem teilte er noch ein verworfenes Cover des Alternative Press Magazines, auf dem der Wavves-Frontmann Bemis im Würgegriff hält. „Wenn das Bild nicht zeigt, was ich von ihm gehalten habe, weiß ich nicht, was sonst“, schrieb er. „Offensichtlich kommt das jetzt also nicht raus. Scheiß drauf.“

Anfang Juli kündigten Wavves und Say Anything ihr gemeinsames Album “Cherry Soda” an. Die Idee laut Williams, der Bemis über gemeinsame Freunde kennenlernte, war es, ein “Mall-Emo-Album zu machen”. Es wurde von Aaron Rubin (u.a. Blink-182, Angels & Airwaves, Wavves) produziert. Bei den beiden Singles „Deathx1k“ und “Still Alive” schien allerdings schon deutlich der größere Wavves-Anteil im Songwriting durch.

Der Beitrag Gemeinsames Album nach Vorwürfen gegen Max Bemis verworfen erschien zuerst auf VISIONS.de.

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